SCHWABENMORD

Am vergangenen Donnerstag habe ich zum ersten Mal aus DIE SPUR DES JÄGERS gelesen. Vor 25 Besuchern habe ich im Clubraum des Sendener Bürgerhauses eine Stunde lang vier Abschnitte aus dem Buch vorgetragen.  Ich hatte mir lange überlegt, welche Stellen ich für die Lesung auswählen sollte, um den Zuhörern die drei Handlungsebenen des Romans näherzubringen. Ich glaube, dass mir das ganz gut gelungen ist, die Rückmeldungen sind sehr positiv ausgefallen und das hat mich natürlich gefreut.

Parallel zu den Vorbereitungen für die Lesung hatte ich auch schon das korrigierte Manuskript zu meinem zweiten Krimi zugeschickt bekommen und mit dem letzten Überarbeitungsschritt begonnen. Ich hatte mich mit dem Verlag auf den Titel SCHWABENMORD geeinigt, um die oberschwäbische Atmosphäre des Romans mehr hervorzuheben. Inzwischen bin ich damit aber richtig warm geworden. Ich finde Ein-Wort-Titel toll. Und SCHWABENMORD ist so gut ausbaubar: SCHWABENTOD, SCHWABENLIEBE, SCHWABENSEE :-).

Die inhaltlichen Anmerkungen der Korrektorin waren sehr detailliert und hilfreich. Aktuell bin ich noch am Überarbeiten, voraussichtlich am Dienstag werde ich das Manuskript aber in der endgültigen Fassung an den Verlag schicken und dann kann das Buch wohl im Januar erscheinen. Den Rest des Jahres gönne ich mir dann eine Verschnaufpause, ehe ich im Januar mit der Arbeit an Band 3 meiner Inge-Vill-Reihe beginne, Arbeitstitel im mittlerweile traditionellen Jane-Austen-Stil: Met und Meuchelmord.

Außerdem habe ich noch ein kleines Nebenprojekt am Laufen, aber dazu bald mehr…

Advertisements

Lesen und Schreiben

Am kommenden Donnerstag lese ich zum ersten Mal aus „Die Spur des Jägers“. Der Termin steht schon seit längerem fest und als ich vor einem halben Jahr die Anfrage des Kulturvereins Senden erhalten habe, war noch nicht abzusehen gewesen, wie sich die Dinge entwickeln würden.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich gerade den zweiten Band meiner historischen Romanreihe unter Pseudonym veröffentlicht und deshalb sollte die Lesung ursprünglich auch diese beiden Bücher zum Inhalt haben. In der Zwischenzeit habe ich nun jedoch einen Verlag für „Die Spur des Jägers“ gefunden und da das Buch vor zwei Wochen veröffentlich worden ist, ist eine Lesung aus dem Krimi natürlich wesentlich naheliegender als eine aus meinen historischen Romanen.

Nun stehe ich also vor der Aufgabe, geeignete Textstellen auszuwählen, die einerseits Stil und Ton des Romans gut wiedergeben, andererseits aber auch nicht zu viel von der Handlung verraten. Ich habe mir für das eigentliche Lesen einen Zeitrahmen von maximal 60 Minuten gesetzt und muss jetzt erst einmal antasten, wieviel Text ich darin unterbringe. Jedenfalls freue ich mich sehr auf die Lesung und bin auch schon ein bisschen aufgeregt.

Inzwischen habe ich auch schon eine Rückmeldung von Seiten der Lektorin zu meinem zweiten Krimi bekommen. Sie hat sich sehr positiv über das Buch geäußert und mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich hatte ja in meinem letzten Blogbeitrag darüber geschrieben, dass ich mir schwer tat, die Qualität des Manuskripts selbst einzuschätzen. Die wenigen Änderungsvorschläge habe ich bereits umgesetzt und das Manuskript ist nun schon beim Korrektor. Die nächsten Schritte sind nun die Auswahl eines Titels und eines Klappentextes, ehe das Cover erstellt wird.

Es bleibt also spannend…

Feigenbach ist überall

„Die Spur des Jägers“ ist nun seit einer Woche bei allen großen eBook-Händlern erhältlich und ich warte noch gespannt auf die ersten Bewertungen und Rückmeldungen meiner Leser. Dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, möglichst viele „Sterne“ zu erhalten. Von diesem recht plakativen Bewertungssystem halte ich nicht viel. Welchen Sinn eine Skala von 1 bis 5 Sternen haben soll, wenn alles, was weniger als 4 Sterne bekommen hat, in den Augen vieler Leser schon „schlecht“ oder „keine Kaufempfehlung“ sein soll, hat sich mir nie erschlossen. Ein grundsolides Buch, das Spaß für zwischendurch bietet, ohne gleich zu ästhetischen Höhenflügen einzuladen, würde ich durchaus „nur“ mit 3 Sternen bewerten. Für mich bedeutet das „lesenswert“. Aber jeder Nutzer scheint den zu vergebenden Kategorien offenbar andere Abstufungen zuzuschreiben, sodass ich die Validität dieses Ratings für ungenügend halte. Da dringt dann eben doch mal wieder der Psychologe in mir durch :-).

Viel spannender als diese Sternchengeschichte finde ich ausführliche und gut begründete Kritiken in Textform, bei denen deutlich wird, dass der Leser sich über Elemente des Buchs Gedanken gemacht oder sich an bestimmten Details gerieben hat. Wenn möglich, versuche ich ebenfalls bei jedem Buch, das ich gelesen habe, derartige Rezensionen zu verfassen. Insofern finde ich beispielsweise Plattformen wie lovelybooks.de sehr spannend, die es Lesern ermöglichen, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und auch direkt mit Autoren in Kontakt zu treten. Zur Zeit berate ich gerade meine erste Leserunde zu „Die Spur des Jägers“ vor und ich bin schon sehr gespannt, wie die Rückmeldungen aussehen werden.

Eine Rückmeldung, die ich von Seiten mehrerer Verlage bekommen hatte, als ich damals mit dem fertigen Manuskript hausieren ging, war, dass ich doch bitte meinen fiktiven Schauplatz Feigenbach zugunsten einer echten schwäbischen Stadt wie Biberach oder Memmingen ersetzen sollte, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Mit dieser Bitte wurde ich nicht wirklich glücklich. Ich fühlte mich damit zu sehr in die Regioecke geschoben. Klar, mein Krimi spielt in Oberschwaben. Aber die Region ist der Schauplatz, nicht das Thema. Daher kam ich auch auf die Idee, eine fiktive oberschwäbische Kleinstadt nach meinen Bedürfnissen zusammenzubauen. Gut, natürlich ist diese Idee nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen. Stephen King hat es im Laufe seiner mittlerweile über 40jährigen Karriere geschafft, Maine und andere US-Bundesstaaten mit vielen kleinen und größeren Feigenbachs zu füllen und trotzdem das Lebensgefühl der Region und der jeweiligen Zeit mit dem Blick eines exzellenten Beobachters einzufangen.

Für mich als Psychologe kommt jedoch noch ein anderer wichtiger Aspekt hinzu: Die Schweigepflicht. Ich arbeite mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen zusammen und die Voraussetzungen für diese Arbeit sind Vertrauen und Verschwiegenheit. Ich habe es jeden Tag mit interessanten, traurigen, dramatischen, manchmal aber auch lustigen Schicksalen zu tun, die zumindest theoretisch eine Fülle von Stoffen für meine Romane bieten könnten. Das würde aber sowohl meinen persönlichen als auch meinen beruflichen Grundsätzen völlig widersprechen. Meine Patienten können sich ohne jegliche Abstriche sicher sein, dass ihre Anliegen bei mir gut und vertraulich aufgehoben sind. Die Charaktere in meinen Romanen sind Kunstfiguren, sie haben keine Entsprechung in der Realität und deshalb war es auch sinnvoll, ihnen eine künstliche Heimat zu geben. Und auch die Plots meiner Romane sind nicht durch reale Fälle, sondern eher durch den Konsum anregender Romane oder Fernseh-Serien wie „Game of Thrones“, „Breaking Bad“ oder „Mad Men“, aber auch „How I met your mother“, „Modern Family“ oder „The Big Bang Theory“ inspiriert. Insofern ist Feigenbach nirgendwo und doch auch irgendwie überall.

Toskana

Nun, da mein erster Krimi veröffentlicht ist und die Arbeiten am zweiten Band vorerst abgeschlossen sind, habe ich ein wenig mehr Zeit, über das Schreiben zu schreiben und meine Lesern mit einigen, hoffentlich interessanten Hintergrundinformationen zu meiner Romanreihe um die Feigenbacher Kriminalkommissarin Inge Vill zu versorgen.

Beginnen möchte ich dabei in der Toskana. Diese war in zweierlei Hinsicht wichtig für das Entstehen von „Die Spur des Jägers“. Zum einen schrieb ich einen Teil des Romans während eines Sommerurlaubs in Riparbella und zum anderen ist der Schauplatz der Schussszene des Romans die Piazza del Duomo in San Gimignano.

Das Foto oben zeigt die Aussicht von meinem damaligen „Arbeitsplatz“, einer Bank auf einem Hügel in Riparbella in der Nähe von Cecina. Wir verbrachten damals zwei Wochen in einer Ferienwohnung in einem alten Gut, das in ein Agroturismo verwandelt worden war. Jeden Tag zog ich mich ganz diszipliniert zwei Stunden lang mit Block und Füller auf meinen Aussichtspunkt zurück, um an meinem Manuskript weiter zu schreiben, das zu diesem Zeitpunkt etwa zur Hälfte fertiggestellt war. Damals entstanden die Szenen, die am Freitagmorgen spielen, also der Fund der zweiten Leiche und die Verhöre der Verdächtigen. Wenn ich mir das Foto anschaue, dann weiß ich allerdings heute nicht mehr so genau, wie es mir gelungen ist, mich in eine Geschichte zu versetzen, die in einem nebligen, verregneten Waldstück in Oberschwaben spielt, während ich bei 30 Grad und herrlichem Sonnenschein auf einer toskanischen Bank saß :-).

Jedoch entstanden nicht alle Szenen dort. Die Szene, in der der erste Verdächtige verhört wird, schrieb ich  in einer kleinen Autowerkstatt im Tal, während sich ein italienischer Automechaniker redlich damit abmühte, einen neuen Auspuff an meinen Opel Zafira zu montieren. Der alte Auspuff war tags zuvor laut krachend abgefallen, als wir gerade zum Strand hatten aufbrechen wollen. Immerhin konnte ich die Wartezeit so einigermaßen sinnvoll überbrücken.

Und den Epilog des Romans schrieb ich in San Gimignano, während ich auf den Stufen vor dem Dom saß, mir das weltbeste Schokoladeneis im Mund zergehen ließ und einer bayerischen Trachtenkapelle zuhörte, die „When I’m 64“ zum Besten gab. Das war am 5. September 2013 gegen 16 Uhr. Irgendwie wollte ich wohl ein kleines Stück Toskana mitnehmen und so zückte ich Stift und Block und schrieb vier Seiten voll, aus denen dann die abschließende Szene des Romans wurde. Wann hat man denn sonst schon einmal die Gelegenheit, an Originalschauplätzen zu schreiben :-)?

Das Foto hier zeigt die Trachtenkapelle beim Genießen des verdienten Applauses:

IMG_2398

Fortsetzung folgt…

Die Katze im Sack

Heute Vormittag um 10.30 Uhr habe ich das Manuskript meines zweiten Krimis per Email an den Verlag geschickt. In den vergangenen Tagen war ich noch eifrig mit Überarbeitungen beschäftigt. So habe ich beispielsweise den Showdown noch etwas ausgebaut, um hoffentlich (noch) mehr Spannung zu erzeugen. Zudem habe ich Rechtschreibung und Grammatik geprüft und versucht, Wortwiederholungen auszumerzen.

Somit habe ich nun vom Schreiben des ersten Wortes bis zur Abgabe des Manuskripts vier Monate gebraucht. Als ich heute morgen auf den „Senden“-Button geklickt habe, war ich sehr zufrieden mit den 310 Seiten. Das Buch ist so geworden, wie ich es mir in der Planungsphase im Juni ausgemalt hatte.

Nun bin ich natürlich gespannt auf die Rückmeldung des Verlages. Ich hatte ja ursprünglich nur „Die Spur des Jägers“ angeboten und dann gleich einen Vertrag über zwei Krimis unterschrieben. Ullstein Midnight hat den zweiten Band sozusagen gekauft wie die Katze im Sack. Das ist natürlich einerseits ein schönes Kompliment für das Potential, das in „Die Spur des Jägers“ zu liegen scheint, andererseits erzeugt es aber auch einen gewissen Druck. Ich habe mich in den letzten Tagen durchaus auch ein paar Mal bei dem Gedanken ertappt, was wohl passiert, wenn der zweite Band beim Verlag nicht gut ankommen sollte. Wahrscheinlich sind das Sorgen, die sich jeder Schriftsteller irgendwann einmal macht.

Allerdings gelingt es mir bislang ganz gut, mit diesen Zweifeln umzugehen, indem ich mir vor Augen führe, dass ich mit Band zwei gut an das Ende von „Die Spur des Jägers“ anknüpfen konnte, dass die Geschichte glaubwürdig und spannend fortgeführt wird und dass auch die Fortsetzung ganz bestimmt zufriedene und vielleicht sogar begeisterte Leser finden wird.

Insofern konnte ich das Manuskript heute morgen guten Gewissens abschicken. Viel Zeit zum Feiern bleibt mir jedoch nicht. Morgen wird „Die Spur des Jägers“ veröffentlicht und ich bin schon sehr gespannt, wie das Buch sich machen wird.