Toskana

Nun, da mein erster Krimi veröffentlicht ist und die Arbeiten am zweiten Band vorerst abgeschlossen sind, habe ich ein wenig mehr Zeit, über das Schreiben zu schreiben und meine Lesern mit einigen, hoffentlich interessanten Hintergrundinformationen zu meiner Romanreihe um die Feigenbacher Kriminalkommissarin Inge Vill zu versorgen.

Beginnen möchte ich dabei in der Toskana. Diese war in zweierlei Hinsicht wichtig für das Entstehen von „Die Spur des Jägers“. Zum einen schrieb ich einen Teil des Romans während eines Sommerurlaubs in Riparbella und zum anderen ist der Schauplatz der Schussszene des Romans die Piazza del Duomo in San Gimignano.

Das Foto oben zeigt die Aussicht von meinem damaligen „Arbeitsplatz“, einer Bank auf einem Hügel in Riparbella in der Nähe von Cecina. Wir verbrachten damals zwei Wochen in einer Ferienwohnung in einem alten Gut, das in ein Agroturismo verwandelt worden war. Jeden Tag zog ich mich ganz diszipliniert zwei Stunden lang mit Block und Füller auf meinen Aussichtspunkt zurück, um an meinem Manuskript weiter zu schreiben, das zu diesem Zeitpunkt etwa zur Hälfte fertiggestellt war. Damals entstanden die Szenen, die am Freitagmorgen spielen, also der Fund der zweiten Leiche und die Verhöre der Verdächtigen. Wenn ich mir das Foto anschaue, dann weiß ich allerdings heute nicht mehr so genau, wie es mir gelungen ist, mich in eine Geschichte zu versetzen, die in einem nebligen, verregneten Waldstück in Oberschwaben spielt, während ich bei 30 Grad und herrlichem Sonnenschein auf einer toskanischen Bank saß :-).

Jedoch entstanden nicht alle Szenen dort. Die Szene, in der der erste Verdächtige verhört wird, schrieb ich  in einer kleinen Autowerkstatt im Tal, während sich ein italienischer Automechaniker redlich damit abmühte, einen neuen Auspuff an meinen Opel Zafira zu montieren. Der alte Auspuff war tags zuvor laut krachend abgefallen, als wir gerade zum Strand hatten aufbrechen wollen. Immerhin konnte ich die Wartezeit so einigermaßen sinnvoll überbrücken.

Und den Epilog des Romans schrieb ich in San Gimignano, während ich auf den Stufen vor dem Dom saß, mir das weltbeste Schokoladeneis im Mund zergehen ließ und einer bayerischen Trachtenkapelle zuhörte, die „When I’m 64“ zum Besten gab. Das war am 5. September 2013 gegen 16 Uhr. Irgendwie wollte ich wohl ein kleines Stück Toskana mitnehmen und so zückte ich Stift und Block und schrieb vier Seiten voll, aus denen dann die abschließende Szene des Romans wurde. Wann hat man denn sonst schon einmal die Gelegenheit, an Originalschauplätzen zu schreiben :-)?

Das Foto hier zeigt die Trachtenkapelle beim Genießen des verdienten Applauses:

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Fortsetzung folgt…

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