Musenkuss

Statistisch gesehen war der Januar ein sehr guter Schreibmonat. Das Manuskript meines 3. Inge-Vill-Romans umfasst bereits 25000 Wörter, womit ich bereits etwa ein Viertel des geplanten Umfangs erreicht habe. Mein selbstgestecktes Ziel, bis Ende März die Krimihandlung fertig zu haben, mich dann bis Mitte Mai der Rahmenhandlung zu widmen, danach eine Woche Urlaub zu genießen, um schließlich bis Ende Juni eine verlagstaugliche Erstfassung vorliegen zu haben, wäre demnach durchaus realistisch, wenn nicht…

Ja, wie soll ich es ausdrücken? Wenn nicht etwas eigentlich sehr erfreuliches geschehen wäre. Aus der Kreativitätsforschung ist das Phänomen schon lange bekannt, dass kreative Prozesse häufig eine zeitlang im verborgenen Arbeiten, um dann mit einem Schlag als fertige Idee ans Tageslicht zu treten. Und genau das ist mir jetzt zugestoßen.

Schon seit Jahren trage ich mich mit dem Gedanken, einmal einen Fantasy-Roman zu schreiben. Kein von Elben, Vampiren oder Drachen wimmelndes Märchenbuch, sondern eine Geschichte, in der sich rätselhafte Mystery-Elemente mit einer bodenständigen Thriller-Handlung verbinden. Also eher „Akte-X“ als „Herr der Ringe“. Möglicherweise hat die Lektüre von Stephen Kings fabelhafter Geschichtensammlung „Basar der bösen Träume“ diesen Gedanken neue Nahrung gegeben, vielleicht war es aber auch einfach an der Zeit, in diesem Projekt einen Schritt weiter zu gehen.

Langer Rede kurzer Sinn: In den letzten Tagen habe ich ein komplettes Konzept für meinen Fantasyroman entwickelt. Er trägt den Arbeitstitel „Krauts“ und wird ebenfalls in meiner Lieblingskleinstadt Feigenbach spielen. Allerdings wird er mit meinen Inge-Vill-Krimis wenig zu tun haben, auch wenn ein paar Berührungspunkt vorhanden sein werden.

Im Vorwort zu einer seiner Kurzgeschichten beschreibt Stephen King seine Erfahrung mit plötzlich auftauchenden Ideen, die nachdrücklich darauf drängen, umgesetzt zu werden. In der gleichen Situation finde ich mich nun wieder. Nach einigem hin- und herüberlegen, habe ich mich jetzt dazu entschieden, das Manuskript von „Inge3“ ein wenig ruhen zu lassen und mich stattdessen „Krauts“ zu widmen. Zum einen verspüre ich eine Riesenlust darauf, in das neue Projekt einzutauchen, zum anderen habe ich ich den Verdacht, dass es auch dem 3. Inge-Vill-Roman etwas gut tut, wenn das bisher Geschriebene ein wenig reifen darf. Ich will ja schließlich keine Fließband-Krimis schreiben und vielleicht profitiert auch „Inge3“ von der Arbeit an „Krauts“.

Ich werde nun also mit dem Schreiben beginnen und ausprobieren, ob und wie gut ich in die Geschichte hineinfinde. Natürlich kann es auch sein, dass ich nach ein paar Seiten merke, dass es einfach nicht funktionieren will. Aber ausprobieren muss ich es. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, was ich den folgenden Blog-Beiträgen Über „Krauts“ vermelden kann.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Musenkuss

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.