Status quo

Da ich in der vergangenen Woche erkältungsbedingt ein paar Tage ausgefallen bin, habe ich die Zeit dazu genutzt,  mich auszuruhen und mir in meinem www-vernetzten Krankenbett einen Überblick über den aktuellen Stand meiner laufenden und geplanten Schreibprojekte zu verschaffen. Und so sieht der Status quo aus:

Inge Vill

Das Manuskript des 3. Teils meiner Inge-Vill-Reihe (Arbeitstitel MET UND MEUCHELMORD) umfasst bereits 25000 Wörter, was einem Viertel des anvisierten Umfangs von 100000 Wörtern entspricht. Wie ich bereits in meinem vorletzten Blogeintrag geschildert habe, ist mir allerdings ein anderes Projekt dazwischen gekommen und so liegt INGE 3 jetzt erst einmal auf Eis. Wann ich die Arbeit daran fortsetzen werde, weiß ich noch nicht, ich gehe jedoch davon aus, dass ich den Krimi spätestens in der ersten Hälfte des nächsten Jahres abschließen werde.

Außerdem spukt mir gerade ein Kurzkrimi im Kopf herum, in dem ich Inge auf eine London-Reise begleiten möchte. Ich habe dazu schon einige Ideen gesammelt, aber noch kein konkretes Konzept ausgearbeitet. Vielleicht widme ich mich diesem Projekt, wenn ich bei KRAUTS in ein Motivationsloch fallen sollte.

Krauts

Mein neues Fantasy-Projekt zählt nun schon mehr als 13000 Wörter. Allerdings gehe ich davon aus, dass es am Ende schon 200000 Wörter werden, insofern erscheint mir in Anbetracht meines Schreibtempos eine Fertigstellung des Manuskripts Ende dieses Jahres als realistisch. Die Wahl des neuen Schauplatzes Ulm hat sich als wahrer Glücksfall erwiesen, ich habe schon ganz viele Ideen dazu, die auf eine rasche Umsetzung drängen.

Opposita Concidentia

Mein Alter Ego F. J. Conrad wartet weiterhin geduldig darauf, endlich mit Band 3 der historischen Romanreihe beginnen zu dürfen. Er wird sich wohl noch weiter gedulden müssen. Immerhin werde ich dieses Jahr zwei Reisen unternehmen, eine ins Loire-Tal, die andere nach Prag und auf beiden werde ich die Gelegenheit haben, vor Ort zu recherchieren, zu fotografieren und den bereits ausgearbeiteten Plot mit historischem Lokalkolorit anzureichern. Mit dem Schreiben werde ich dann allerdings wohl bis 2017 warten müssen, dann werde ich mir aber die Bände 3 und 4 in einem Rutsch vornehmen – wenn nichts dazwischen kommt.

Sonstiges

Am vergangenen Wochenende habe ich ungewohnt wagemutig meinen Hut in den Ring geworfen und bei Twitter angekündigt, dass ich am am Forever Schreibwettberwerb mit Nele Neuhaus teilnehmen werde. Es geht um eine erotische Geschichte, also komplettes Neuland für mich. Aber nicht nur die Leber, sondern auch der Autor wächst wohl an seinen Aufgaben und so werde ich mein Bestes geben. Ideen habe ich bereits, mir schwebt beispielsweise eine Szene in einem vollbesetzten Tube-Zug in London vor. Das Ganze wird wohl etwa 2000-3000 Wörter umfassen und dich habe vor, die Geschichte in einem Rutsch zu schreiben, wahrscheinlich über Ostern. Da habe ich Urlaub.

Zudem knüpfe ich gerade Kontakte zu anderen Autoren und in diesem Zusammenhang deuten sich auch mögliche, zukünftige Projekte an. Es bleibt also spannend. Ich werde auf jeden Fall weiterhin regelmäßige Status quo (ich liebe die lateinische Sprache 🙂 ) posten, dann wahrscheinlich aber auf meiner neuen Homepage www.matthias-ernst-autor.de, die am 29.02. an den Start gehen wird – wenn nichts dazwischen kommt.

 

 

 

 

 

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In Ulm, um Ulm und um Ulm herum

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Morgens halb 10 in Ulm kam mir eine Idee…

Die letzten beiden Wochen habe ich damit zugebracht, erste Skizzen für meinen neuen Roman „Krauts“ auszuarbeiten. Ich bin dabei zunächst so vorgegangen, dass ich die Auftritts-Szenen einiger Hauptfiguren geschrieben habe, um ein Gefühl für die neue Geschichte zu bekommen. Dabei wurde ich mit einer Schwierigkeit konfrontiert, die ich aus meiner alltäglichen Arbeit mit Patienten nur zu gut kenne, dem Problem des allzu Vertrauten.

Gewohnheiten sind eine großartige Sache. Sie auszubilden und zu festigen ist vielleicht eine der erstaunlichsten Fähigkeiten, über die unser Gehirn verfügt. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn ich jedesmal, wenn ich ins Auto steige, wieder auf dem Stand meiner ersten Fahrstunde wäre. Oder wenn ich jedesmal, wenn ich ein Buch aufschlage, das Lesen wieder neu lernen müsste. Durch jahrelange Übung sind diese Fertigkeiten inzwischen in einem derart hohen Grad automatisiert, dass ich mir keine Gedanken mehr darüber machen muss, mit welchem Fuß ich Gas gebe oder welcher Laut zu welchem Buchstaben gehört.

Die Sache mit den Gewohnheiten hat jedoch einen ganz gewaltigen Haken: Das Gehirn automatisiert freudig alles, was regelmäßig eingeübt wird, ohne dabei zu unterscheiden, ob es positiv oder negativ ist. So wird dann aus dem regelmäßigen Rauchen von Zigaretten genauso eine schwer abzulegende Gewohnheit wie aus dem ewigen Kuschen vor dem Chef oder dem Anbrüllen der Kinder.

Ich rauche nicht, habe ein prima Verhältnis zu meinen Chefinnen und brülle meine Kinder nicht an – aber eine eigentlich liebgewonnene Gewohnheit hat mir in den letzten beiden Wochen trotzdem Probleme gemacht: Feigenbach.

Ursprünglich hatte ich geplant, dass „Krauts“ ebenfalls in dem kleinen, oberschwäbischen Städtchen spielen sollte wie meine beiden Inge-Vill-Romane. Die Stadt kenne ich inzwischen aus der Westentasche und ich bewege mich sicher in ihr. Nachdem ich das erste Kapitel von „Krauts“ geschrieben hatte, bemerkte ich allerdings, dass es vom Ton und der Stimmung her ziemlich ähnlich klang wie „Schwabenmord“. Grundsätzlich war der Text ganz ok, aber irgendwie fand ich ihn nicht stimmig. Daher arbeitete ich ihn noch einmal um und entfernte alle Feigenbach-Bezüge. Mit dem Resultat war ich deutlich zufriedener.

Nach einigem Zögern entschloss ich mich daher, auf den Schauplatz Feigenbach zu verzichten. Zunächst dachte ich daran, eine neue fiktive Kleinstadt zu bauen, doch heute morgen, bei einem Spaziergang durch die noch recht leere Fußgängerzone in Ulm kam mir die Idee, den Roman dort spielen zu lassen. Ich wurde in Ulm geboren, habe also einen Bezug zu dieser Stadt. Zudem ist in Ulm, obwohl die Stadt deutlich größer als Feigenbach ist, die Natur immer in greifbarer Nähe. Und einsame Waldgebiete und verschwiegene Baggerseen werden eine wichtige Rolle in „Krauts“ spielen.

Bislang ist es nur eine Idee, die ich nun empirisch testen muss, indem ich einige Szenen schreibe, die in Ulm spielen. Wenn sich mein Bauchgefühl dann für Ulm als neuen Schauplatz des Romans entscheiden sollte, werde ich mich einer Aufgabe widmen, auf die ich mich ungemein freue: Schauplätze recherchieren. Ich werde mit meiner Kamera bewaffnet durch Ulm und Umgebung ziehen und nach Orten, Gebäuden, öffentlichen Plätzen und stillen Winkeln suchen, die sich als Handlunsgorte anbieten. Parallel dazu werde ich noch meine Charaktere und ihre Beziehungen zueinander ausarbeiten. Dann werde ich sie in das große Abenteuer schicken, das in „Krauts“ für sie vorgesehen ist. Und darauf freue ich mich am allermeisten.