Ich bin noch am Leben ;-)

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass mein letzter Blog-Post vom 24. April 2016 datiert. Mein ursprüngliches Ziel, an dieser Stelle meinen Schreibprozess zu begleiten, scheine ich somit eindeutig verfehlt zu haben. Die Zeit seit April habe ich nämlich vorrangig mit Schreiben verbracht.

Ich gelobe jedoch Besserung. Ab sofort werde ich wieder in wöchentlichen Abständen über die Fortschritte meiner Bücher berichten. Und berichten kann ich eine ganze Menge. Zunächst erscheint es mir aber sinnvoll, einen Überblick über meine aktuellen Schreibprojekt und deren Stand zu geben. Hier hat sich nämlich seit April einiges getan.

Beginnen möchte ich einmal mit meinem neuen Krimi. Ich habe Die Arbeit am dritten Teil meiner Inge-Vill-Serie mit dem schlichten Arbeitstitel „Inge 3“ im Januar begonnen, dann für drei Monate zur Seite gelegt und im Juni die Erstfassung des Manuskripts beendet. In den letzten Tagen habe ich mir diese Rohfassung noch einmal vorgenommen und dabei erfreut festgestellt, dass ich deutlich weniger zu überarbeiten haben  werde, als ich ursprünglich befürchtet hatte. Der Kriminalfall funktioniert ganz gut. Es gibt einige Plotholes zu füllen und eine Szene muss ich neu hinzufügen, aber die Arbeit mit den mir nun schon lieb gewordenen Charakteren hat einmal mehr sehr viel Spaß gemacht. In den kommenden beiden Wochen werde ich nun die Feinarbeiten erledigen und die Zweitfassung des Manuskripts dann an meine Testleser ausgeben, auf deren Feedback ich schon sehr gespannt bin.

Ursprünglich sollte dieser dritte Teil meiner Krimiserie eine Rahmenhandlung bekommen, die in der Vergangenheit spielt, genauer gesagt im Jahr 1525 zur Zeit des Bauernkrieges. Als ich mir das Manuskript in den letzten Tagen noch einmal vorgenommen habe, habe ich jedoch festgestellt, dass ich diese Geschichte stiefmütterlich behandeln würde, wenn ich ihr nur einen Nebenrang als notwendigerweise dürre Rahmenhandlung zuweisen würde. Daher habe ich beschlossen, die Geschichte um den „Knittriger Gnadenkelch“ in eine Novelle umzuarbeiten. Hierfür muss ich noch ein wenig recherchieren, insbesondere zu den Bauern und ihren in den berühmten zwölf Artikeln niedergelegten Forderungen. Dies ist insofern spannend, als sich in der Gegend lebe, in der diese dramatischen Vorgänge real stattgefunden haben. Die zwölf Artikel wurden in Memmingen verfasst und Baltringen, in dem sich der berühmte Haufen bildete, liegt nur etwa 20 km von einem Wohnort entfernt. Das fertige Manuskript sollte etwa 80-100 Seiten umfassen. Es wird im Stil einer klassischen Novelle aufgebaut sein inklusive Dingsymbol, in diesem Fall der oben erwähnte „Gnadenkelch“.

Den bisher größten Teil des Jahres habe ich mit der Arbeit an meinem Urban-Fantasy-Projekt „Krauts“ verbracht. Die Erstfassung hat einen Umfang von 280.000 Wörtern, was etwa 900-950 Druckseiten entspricht. Das Buch ist in zwölf Kapitel unterteilt und während des Schreibens hatte ich als Orientierungspunkte nur die jeweiligen Zwischenergebnisse, die am Ende eines jeden Kapitels erreicht wurden. Durch dieses Vorgehen ist die Geschichte sehr frei, aber keineswegs wild gewachsen. Die Überarbeitung wird trotzdem einige Zeit in Anspruch nehmen und ich habe beschlossen, das Manuskript erst einmal ein Jahr lang liegen zu lassen und mich stattdessen anderen Projekten zuzuwenden. Das liegt zum einen daran, dass ich Lust habe, etwas anderes zu schreiben, zum anderen aber auch daran, dass ich hoffe objektiver an dieses Mammutmanuskript herangehen zu können, wenn ich etwas zeitlichen Abstand gewonnen habe.

Das nächste größere Projekt, dem ich mich widmen werde, ist ein Thriller, der in London spielen wird und dessen Hauptfigur ein Psychotherapeut ist, der in unerwartete Schwierigkeiten gerät. Ich werde beim Schreiben ganz anders vorgehen als bei „Krauts“. Dieses Mal werde ich die Handlung komplett im Voraus konstruieren und dann anhand des Plotgerüsts die Szenen mit Leben füllen. Im Fall eines Thrillers erscheint mir das angemessener als bei „Krauts“. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht verraten.

Ursprünglich hatte ich geplant, Anfang August eine kleine Recherchenreise nach Prag zu unternehmen, um dort Nachforschungen für den dritten Teil meiner historischen Romanreihe anzustellen. Leider hat mir eine fiese Sommergrippe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem werde ich Anfang nächsten Jahres mit den Arbeiten an Teil drei der „Opposita concidentia“ beginnen. Ich bin schon gespannt, wie gut ich mich dann wieder in diese Welt hinein denken und hinein leben können werde.

Zu guter Letzt plane ich ebenfalls für 2017 einen Kurzkrimi, in dem meine Kommissarin Inge Vill eine kleine Reise antreten und dort beinahe ei ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis verpassen wird. Und auch für den regulären vierten Band der Krimiserie gibt es schon sehr konkrete Überlegungen.

Ich hoffe, dass ich kein Projekt vergessen habe. Bei der Menge an Vorhaben, könnte ich schon einmal den Überblick verlieren :-). Wenn ich mir durchlese, was ich alles geplant habe, stelle ich erleichtert fest, dass mir die Ideen bisher jedenfalls noch nicht ausgegangen sind und ich hoffe auch, dass sich das so fortsetzen wird.

 

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