Ein historischer Roman entsteht

Bislang habe ich es nie so richtig geschafft, meinen Schreibprozess mit regelmäßigen Blogartikeln zu begleiten und zu dokumentieren. Asche auf mein Haupt :-). Doch ab sofort wird das alles anders. Versprochen.

Aktuell arbeite ich an zwei Projekten. Zum einen werden ich in den nächsten Monaten meine Inge-Vill-Reihe fortsetzen. Da ich diesbezüglich alles schon geplottet habe, kann ich erst einmal fröhlich drauflos schreiben und darauf freue ich mich auch schon sehr.

Mein zweites Projekt ist ein historischer Roman, der im 17. Jahrhundert spielt. Die Idee dazu kam mir vor ein paar Wochen und sobald ich begonnen hatte, mich näher damit zu beschäftigend war ich recht schnell Feuer und Flamme. Die Musketier-Romane von Alexandre Dumas waren einer der Hauptgründe, warum ich mit Schreiben begonnen habe. Und mein neuer Roman wird zur selben Zeit am selben Ort spielen, im Frankreich des Jahres 1625.

Ehe ich mit Schreiben oder überhaupt mit dem Plotten des Romans und dem Konzipieren der Figuren beginnen kann, stehen mir jedoch umfangreiche Recherchen bevor. Wie Ihr auf dem Foto sehen könnte, habe ich mich bereits mit Literatur zum Thema eingedeckt. Grundsätzlich geht es mir zunächst einmal darum, über die geschichtlichen Hintergründe genau Bescheid zu wissen. Danach werde ich mich auf die kulturgeschichtlichen Aspekte konzentrieren: Wie lebten die Menschen damals? Wie und was dachten sie? Was motivierte sie zum Handeln? Womit bezahlten sie? Was aßen sie? Wie reisten sie? Usw.

Erst wenn ich genügend Hintergrundwissen habe, kann ich mich daran machen, die Figuren mit Leben zu erfüllen. Ich möchte nämlich nicht Gefahr laufen, meine Charaktere zu modern zu gestalten. Was ich versuchen möchte, ist nämlich nichts weniger, als einen „echten“ historischen Roman zu schreiben. Dabei orientiere ich mich an Umberto Eco, der in der „Nachschrift zum Namen der Rose“ historische Romane nach dem Grad ihrer Authentizität in drei Kategorien einteilt:

Bei Romanzen wird eine Handlung in eine beliebige und austauschbare Vergangenheit versetzt, um sie durch das historische Element exotischer zu gestalten. Viele Groschenromane fallen in diese Kategorie.

Mantel- und Degenromane sind – was die Handlung betrifft – an eine bestimmte Zeit gebunden. Die Charaktere denken und handeln jedoch nicht historisch, sondern eher wie Menschen aus der Epoche des Autors oder der Autorin. Die Romane von Alexandre Dumas oder Walter Scott sind klassische Beispiele für diese Kategorie. Neuere Vertreter sind die „Wanderhuren“-Romane oder auch – wofür mich einige ihrer Fans wahrscheinlich steinigen werden – die sehr gut recherchierten Wälzer von Rebecca Gablé.

Und dann gibt es da noch die „echten“ historischen Romane. Bei diesen sind die Charaktere und der historische Hintergrund eins. Natürlich zählt Eco – berechtigterweise – „Der Name der Rose“ dazu, aber auch die Shardlake-Serie von C. J. Sansom, die Tudor-Romane von Hilary Mantel und die Werke von Bernard Cornwell würde ich dazu rechnen. Ebenso wie „Das Parfüm“.

Inwieweit es mir gelingen wird, diese anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen, kann ich noch nicht einschätzen. Um die Figuren jedoch „historisch echter“ zu gestalten, werde ich einen Schwerpunkt meiner Recherchen auf Literatur aus dem 17. Jahrhundert (z.B. den „Simplicissimus“ in der Originalversion) aber auch auf Briefe und andere Selbstzeugnisse von Menschen aus dieser Epoche zurückgreifen.

Zunächst jedoch verschaffe ich mir einen Überblick mit einem Klassiker. Leopold von Rankes „Französische Geschichte“ ist zwar nicht mehr aktuell, jedoch entwirft er ein detailreiches Panorama des 16. und 17. Jahrhunderts, das noch immer seinesgleichen sucht. Danach werde ich mich dann in die Biographien der wichtigsten historischen Persönlichkeiten vertiefen: Richelieu, Ludwig XIII., Maria von Medici, Anna von Österreich, Gustav Adolf von Schweden, Wallenstein usw.

Es gibt also viel zu tun, aber ich freue mich schon sehr darauf, in diese spannende Epoche einzutauchen und euch in REGELMÄßIGEN Artikeln daran teilhaben zu lassen.

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