Ein Anwalt aus dem Nichts

In der vergangenen Woche konnte ich bei der Überarbeitung meines Psychothriller-Manuskripts Bergfest feiern. Yippieh! Der Flickenteppich aus bereits fertigen Textteilen, Stellen, die ich umschreiben muss, und komplett neuen Kapiteln nimmt so langsam Gestalt an und diese Gestalt gefällt mir viel besser als die Erstfassung.

Bei einem besonders wichtigen Kapitel musste ich nicht nur die Handlung anpassen, sondern auch eine neue Figur einfügen. Mein Protagonist John ist in dieser Szene scheinbar am Ende. Er sitzt infolge der Ränkespiele seiner Gegner in Untersuchungshaft. Der Anwalt, der kurzfristig für John organisiert wird, ist nun die besagte neue Figur. Und um der Katastrophe das i-Tüpfelchen aufzusetzen, ist das der erste richtige Fall des jungen Anwalts. John, von Haus aus Psychotherapeut, sieht sich also nun in der seltsamen Lage, den aufgeregten Juristen beruhigen zu müssen, während seine eigene Existenz auf der Kippe steht.

Diese Szene bereitet das Eingreifen eines wesentlich kompetenteren Verbündeten meines Protagonisten vor und hat vor allem zwei Funktionen. Zum einen möchte ich noch einmal Johns Grundkonflikt zeigen: er muss sich immer um andere kümmern und dafür eigene Bedürfnisse zurückstellen. Zum anderen möchte ich die Fähigkeiten des letztendlichen Retters durch den Kontrast mit dem unerfahrenen Anwalt noch deutlicher herausstellen. Beides funktioniert nun wesentlich besser als zuvor und deshalb hat es sich auch gelohnt, die neue Figur einzuführen, auch wenn sie nur einen Kurzauftritt hat. Ich neige allerdings dazu, einmal entworfene Figuren in anderen Projekten zu recyceln, insofern könnte es durchaus sein, dass der junge Anwalt noch einmal unter eigenem oder anderem Namen in einer meiner Geschichten auftauchen wird.

Bei den nächsten Überarbeitungsschritten werde ich meine Figuren auf einen Ausflug nach Cambridge begleiten. Als ich das heutige Beitragsfoto dort 2012 aufgenommen habe, war es Anfang November und bitterkalt. Mein Psychothriller spielt dagegen im Hochsommer und ich freue mich schon sehr darauf, die altehrwürdige Universitätsstadt bei besserem Wetter erneut zu besuchen.

 

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Inge Vill 3,5

Heute gibt es mal kein ausführliches Update zur Recherche für mein historisches Romanprojekt. Ich kämpfe mich gerade durch ein Buch über die Jugend Ludwigs XIII. Die Autorin hat einen psychoanalytischen Ansatz gewählt und deswegen werde ich immer wieder von unkontrollierten Lachanfällen geschüttelt, wenn die Deutungen zu abstrus werden. Sobald ich mit dem Buch durch bin, werde ich mich darüber ausführlich auslassen, versprochen.

Neben der Recherche werde im Juli aber endlich auch wieder zum Schreiben kommen. Ehe ich meinen nächsten Inge-Vill-Krimi angehe, möchte ich die Lücke zwischen Teil 3 und 4 der Reihe mit einem maximal 100seitigen Kurzkrimi schließen. Die Leser von „Schwabenblut“ werden sich vielleicht daran erinnern, dass Inge am Schluss des Romans eine Einladung zu einer der Reunion-Shows von Monty Python im Juli 2014 erhält. In dem mit dem Arbeitstitel „Inge Vill 3,5“ überschriebenen Kurzkrimi wird es nun um den 20. Juli 2017 gehen, den Tag an dem Inge nach London reist.

Leider läuft nicht alles so glatt wie geplant. Inges Begleiter unterläuft ein kleiner, aber verhängnisvoller Fehler, der eine unvorhersehbare Welle von Ereignissen in Gang setzt. Inge muss all ihren Grips aufbieten, um den daraus resultierenden Kriminalfall zu lösen und dann noch rechtzeitig zum Beginn der Show in der O2-Arena zu sein. Ob ihr das gelingen wird?

„Inge Voll 3,5“ ist mein diesjähriges Camp Nanowrimo – Projekt. Ich teile mir eine Cabin mit ein paar anderen BartBroAuthors und bin schon sehr gespannt, ob wir unsere Ziele erreichen. Meines ist allerdings mit 20000 Wörtern recht niedrig gesteckt.

Idealerweise stimmt mich „Inge Vill 3,5“ dann wieder auf den regulären 4. Band der Reihe ein. Ich habe schon einen ziemlich komplexen Kriminalfall in Planung, der Inge einiges an Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Aber zuvor verlebt sie noch einen turbulenten Tag in Prä-Brexit London und ich freue mich sehr darauf, sie durch diese wunderbare Stadt zu begleiten.